Ausschreibung: 

Ende des Anthropozäns - Kunst zwischen Utopie und Dystropie

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Ausschreibung: Ende des Anthropozäns / Beschreibung

Anthropozän - Bewerbungsformular

Der Begriff Anthropozän Versuch der Benennung des Erdzeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren geworden ist und verantwortlich ist für biologische, geologische und atmosphärische Veränderungen . 

Ja wir haben die Erde tiefgreifend verändert und waren dabei blind, ignorant und rücksichtslos.

Wir beuten unsere Mitmenschen, Lebewesen, die Natur, die Erde, Meere, Flüsse, einfach alles, dessen wir habhaft werden können und was uns nutzbar scheint, bis aufs Blut, bis auf die Knochen und Gräten bis auf das letzte bisschen Bodensatz von Bodenschatz aus. Wir vergiften und vermüllen Erde, Luft und  Gewässer. Wir zerstören die Lebensgrundlage der Pflanzen, Tiere und letztlich unsere eigene.

Das Klima verändert sich und wir rasen in voller Fahrt der Katastrophe entgegen, ja ignorierten, dass die Katastrophe bereits begonnen hat. Versteppung auf der einen Seite auf der anderen versinken Inseln. Der einstige Permafrost und das vermeintlich ewige Eis schmilzt. Leise sterben die Arten und wir vermissen sie nicht einmal. Das globale Wetter ändert sich. das Wasser wird knapp, ebenso Sand usw.. Selbst die Pandemien sind hausgemacht. 

Wir aber sorgen uns um Profite und Arbeitsplätze in Industrien, die die Katastrophe noch beschleunigen. Wir verfeuern weiterhin Kohle. Geschwindigkeitsbegrenzungen ein Sakrileg. Wir Sind zu bequem und zu träge, oder emotional und intellektuell unfähig, unser Leben zu ändern. Möglichkeiten gibt es genug. Auf Fliegen verzichten, kein oder wenig Autofahren, nicht rasen, Öffentliche Verkehrsmittel benutzen, regional und bio einkaufen, weniger oder gar kein Fleisch essen. Das sind nur einige wenige Beispiele.  Wir müssen raus aus der Komfortzone.

Günther Anders spricht vom „prometheischen Gefälle“ und meint damit, dass wir uns nicht einmal im Traum vorstellen können, was wir anrichten. Wir besitzen weder die intellektuelle noch die emotionale, noch die ethische Reife, um die katastrophale Tragweite unseres Handelns zu erfassen und es zu unterlassen. Odo Marquard schrieb einmal: „Die Philosophen haben die Welt zwar verschieden verändert; es kommt aber darauf an, sie zu verschonen“, und zu schonen wäre hinzuzufügen. denn nur wenn wir schonend mit der Erde und der Natur und den Wesen auf ihr umgehen, haben wir vielleicht noch eine Chance. Dazu müssten wir aber die Dimension des Schonens mental und emotional begreifen.

Wir haben es gründlich vermasselt, und zwar von Grund auf. Wir wähnten uns als Herren der Welt. Doch wir sind längst geknechtet und gebunden in Prozessen, deren Zusammenhänge wir nicht mehr durchhauen oder steuern. Waren- und Geldströme, Produktions-, Konsum-, Funktions- und Lebenszusammenhänge stellen uns in vermeintlich selbstverständliche Notwendigkeiten und zweckrationalitäten, deren Grund wir weder sehen, noch sehen wollen. Wir betäuben uns mit dem prallen Leben und vergessen, wie grundlos das Ganze ist. Aus Furcht vor dem Abgrund rasen wir sehend und doch blind auf den Abgrund zu, der in naher Zukunft vor uns liegt. Wir begreifen nicht, dass es keinen Grund gibt, so weiterzumachen wie bisher. Dieser Weg ist nicht alternativlos aber katastrophal. Heidegger mag das „Gestell“ nennen, Adorno „Verblendungszusammenhang“ und den Umschlag von „Rationalität in Wahnsinn“.

Die Kunst kann nicht die Welt retten, wenigstens nicht allein. Sie kann aber auf ihre ganz eigenen Weisen die Situation reflektieren und mögliche Welten entwerfen, Strukturen, Bewegungen, Verhältnisse sichtbar machen. Mögen dies unheilvoll oder heilvoll sein. Sie kam zeigen, was wir sonst nicht sehen, Wege in den Untergang oder in das Rettende. Sie kann den Blick öffnen für die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Planeten und seiner Lebewesen. Sie kann eine neue, bessere Welt heraufbeschwören oder den Untergang zeigen oder auch eine Welt ohne Menschen. Vermutlich kann sie noch vieles mehr und Sie sind aufgefordert diesbezüglich kreativ zu sein.

Zugelassen sind: Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Collage, Mixted Media, Plastik und Skulptur, Video, Performances, Installation.

Einsende Schluss: 31.08.2020

Die Ausstellung ist geplant vom 25.09. bis 30.10.2020

Ob es eine Vernissage geben kann, hängt vom Coronageschehen ab. Geplant ist die Vernissage für den 25.09.2020

Es können bis zu 3 Werke eingereicht werden. Die Galerie TRICEARTOPOS wählt unter den Eingereichten Werken aus. 

Die Bewerbungsunterlagen müssen enthalten:

Ausgefülltes Bewerbungsformular, an den Dokumententitel muss der Nachnahme und Vorname angehängt werden (Anthropozän-Bewerbungsformular - Meier Liselotte)

Bilder der Werke, maximal 2 Bilder pro Werk, JPEG, bzw. Video. Der Titel der Dateien muss mit den Angaben im Bewerbungsformular übereinstimmen.

Die Bewerbungsunterlagen sind ausschließlich per Mail bis zum 01.09. 2020 zu richten an

triceartopos@gmail.com

Bis zum 18.09. erhalten Sie Bescheid, ob und welches Werk angenommen wurde.

Die Ausgewählten Werke müssen in der Woche vom 23. bis 26. während der Öffnungszeiten der Galerie angeliefert werden. Sie können auch per Post zu gestellt werden. Die Kosten für die Anlieferung und Abholung  tragen die Künstler*innen. Die Werke sind in dieser zeit nicht versichert.

Bilder müssen zur Hängung vorbereitet sein, Installationen sollten so vorbereitet sein, dass sie nachvollziehbar aufgebaut werden können. Bei Videos möglichst das Equipment mitbringen.

Bei der Vernissage müssen die Künstler*innen anwesend sein.

Die Künstler*innen erlauben der Galerie, Fotos der Werke für Werbezwecke, also Plakat, Einladung, Presse usw. zu verwenden.

Es entsteht ein Unkostenbeitrag von 30 € pro Teilnehmer*in. Je verkauften Werk erhebt die Galerie eine Provision von 20 %. 

Die Werke sind über die Inhaltsversicherung der Kunstgalerie gegenüber Feuer, Hagel, Sturm, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und einiger anderer Gefahren versichert.

Ihre Werke werden mit Spannung erwartet.